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Einen Schrein in der Natur errichten

Veröffentlicht am 09.10.2019

Wir benötigen nur wenig Äste, trockenes, von den Bäumen abgefallenes Material für den Bau eines kleinen Erdschreines. Es sind nicht die geraden Formen und das aufgeräumte Ambiente unserer menschlichen Behausungen, die Mutter Erde für sich beansprucht. 

Sie mag den moosigen Duft, die würzige Kraft des Erdbodens. Sie hat ihre Geheimnisse im Farbenspiel der Blätter, Blüten und Steine.  Beim Errichten des Schreines sollten wir vorsichtig und achtsam vorgehen. Kein Tier und keine lebendige Pflanze soll dabei zu Schaden kommen. Auch die Gaben, die wir ihr dort anbieten sind im Einklang mit dieser Grundeinstellung. Ein Schälchen mit Milch, Früchte aus dem Wald und Feld und  ein wenig gesammelte Blüten werden sie erfreuen. Solch ein Schrein kann ein Ort werden an dem sich die Naturwesen fokussieren. Es kann ein Ort der Verehrung, der Hingabe, der Sammlung und des Gebetes werden.

Zuerst werden vier Stäbe im Uhrzeigersinn in den Boden gesteckt. Sie symbolisieren die Vier Himmelsrichtungen und sind traditionell den Vier Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft zugeordnet.  Mit diesen Begrenzungen akzeptieren wir auch die Anwesenheit der Lokalen Spirituellen Hierarchien auf der Erde und fügen damit unsere Arbeit in das kosmische Geschehen um uns herum ein.

 

 

 Ich habe in Afrika gesehen, mit welcher Freude und Gelassenheit die dortigen Menschen Orte der Verehrung für Mutter Erde erschaffen. Und doch geschieht alles mit großer Würde und Ehrfurcht vor dem Numinosen, Unbegreiflichen. Ein Ort für die Erde und ihre Geister ist kein Ort der dem der Menschen gleicht. Wir haben durch unsere schicken Kirchen, Tempel und Moscheen dem Heiligen unsere Prägung gegeben, aber es ist nicht die Sprache der Natur. Zu ihr können wir wieder zurückfinden, indem wir das Natürliche würdigen, es schätzen und beachten. Die Konstruktion eines Erdschreins aus dem überflüssigen Material der Erde ist ein guter Weg sich mit dem Fühlen und Denken der Erdspirits zu verbinden und dadurch einen Weg zu finden für eine gegenseitige Sprache und Kommunikation.

 

 

 Der Erde heilige Orte zu schenken ruft die Hilfe der uralten Ahnen, den Sehern und Seherinnen alter Tage aus allen Völkern und Regionen der Erde und bittet sie die Balance der Energien auf diesem Planeten wieder herzustellen. Die Anderwelt erhält einen Fokus durch den es ihr gelingt in der Welt einzugreifen, ihr Heilung und Medizin zu geben. Deshalb ist jeder neu errichtete Schrein ein Fest, eine große Freude. Tanz, Gesang und das Umkreisen verbindet ihn mit dem Himmel. Durch den rhythmischen Klang der Trommel vereint sich der Herzschlag der Erde mit unserem Herzschlag. Dann tragen wir den von uns errichteten Schrein auch in unserem Herzen. Dies eröffnet die Möglichkeit ein gänzlich anderes System - wie die Natur es ist - zu verstehen und nachzuahmen in unserem Leben. Letztlich werden  wir dadurch unsere Gottheiten wieder finden, wie lange verlorene Eltern, Freunde und Geliebte. Der Erdschrein ist ein Ort an dem diese Freude geboren werden kann.

 

 

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